fbpx

Karriereplanung

Karriereplanung ist für uns alle wichtig! Damit meine ich übrigens nicht die eine Planung, zum Beispiel zum Start Deiner Karriere. Meist passieren sowieso unvorhergesehene Dinge, die diesen Plan durcheinander wirbeln. Die aktuelle Situation zum Beispiel. Karriereplanung ist für mich ein permanenter Prozess, der auch immer zu Dir und Deinem Leben passen muss.

Starten ohne Ziel

Der erste Fehler kann bei jedem Einstieg bzw sogar schon davor, also bei der Entscheidung für oder gegen einen Job ganz leicht passieren: Ohne Ziel starten. Wer kennt das nicht? Ein neuer Job steht an und ich starte einfach mal, so völlig ohne Ziel. Das einzige Ziel heißt am Anfang, die ganzen Eindrücke und Aufgaben zu verarbeiten und dazu zu lernen, also im Klartext: Überleben! 

Als kurzfristiges Ziel ist das auch definitiv sinnvoll. Aber langfristig wird dieses Ziel keine Orientierung bieten! Ich habe immer versucht, vorher zu überlegen, was ich mit der Anstellung erreichen möchte. Ziele sind dabei extrem variabel. Das kann ein Karriereziel sein, zum Beispiel die nächste Ebene zu erreichen, bestimmte Skills zu erlernen oder Einblicke in einen neuen Themenbereich zu bekommen, von einem Idol zu lernen, in einem anderen Land zu leben. Lass dich nicht davon beeinflussen, was das Ziel einer anderen Person ist. Das ist Dein Leben und Du selbst kannst auch deine Ziele bestimmen!

Geld als Motivation

Der nächste Fehler ist weit verbreitet und grundsätzlich ist das auch überhaupt nicht verwerflich. Geld als vorrangigen Einflussfaktor bei einer Jobentscheidung zu nehmen.

Meistens ist nämlich nicht das Geld an sich die Motivation, sondern ein anderes Ziel, das Du durch Geld erreichen kannst. Bei mir war damals gar nicht das Geld die Hauptmotivation, sondern die finanzielle Unabhängigkeit. 

Meine Erfahrung

Ich wollte meinen Eltern nicht auf der Tasche liegen, sondern für meinen Unterhalt selbst aufkommen. Sie haben mich definitiv unterstützt, aber ich wollte eben unbedingt auf eigenen Beinen stehen. Also bin ich trotz super Abi mit einer Ausbildung gestartet, was viele nicht verstanden haben. Aber so konnte ich unabhängig sein und das war für mich zu diesem Zeitpunkt wichtiger als alles andere. 

Mit den Jahren habe ich dann immer mehr verdient und irgendwann die für mich „magische“ Grenze von 5.000€ pro Monat geknackt. Damals war ich 24. Und was soll ich sagen: Das war meine unglücklichste Zeit! Ich weiß nicht ob Du dieses Gefühl kennt, aber ich habe mich so fehl am Platz gefühlt in meinem Job. Ich habe wirklich nur für den Feierabend und die Wochenenden gelebt. Damals dachte ich, dass das irgendwie dazu gehört, Arbeit nervt eben. Und die Aufgaben, die ich zu erledigen haben auch, sonst wäre es ja keine Arbeit.

Kein Spaß an der Arbeit

STIMMT NICHT! Ich hatte danach Jobs, wo ich gerne früh aufgestanden bin und ins Büro gefahren bin! Aber an diesem Punkt war ich so unglücklich, weil ich mich zuvor einfach viel zu wenig mit meinem Warum beschäftigt hatte. Und damit kommen wir auch schon zum zweiten Fehler, den du unbedingt vermeiden solltest: Nicht zu überlegen, was dir Spaß macht

Sich selbst zu kennen, ist einer der Hauptfaktoren für authentisches Leadership. Du kannst andere nur inspirieren, wenn Du weißt wer du selbst bist! Und genau das gehört auch zu der Karriereplanung. Du bist sehr kreativ? Dann ist vermutlich ein Job im Controlling nichts für dich, auch wenn er besser bezahlt ist als Grafikdesign. Du arbeitest gerne mit Menschen? Dann ist ein Job im Backoffice vielleicht nichts für dich. Wenn du Zahlen liebst und sehr analytisch bist, sind das aber vielleicht genau die richtigen Jobs. 

Was ich damit sagen möchte: Wir verbringen tagtäglich so viel Zeit auf der Arbeit, warum sollten wir dabei nicht Spaß haben? Es wird immer Aufgaben geben, die du nicht gerne machst. Hierbei geht es mir aber ums große und ganze. Finde heraus, was dir Spaß macht und erlaube dir auch, das auszuleben!

Chancen nicht nutzen

Und dafür ist es nie zu spät! Ein weiterer Fehler ist übrigens, Chancen nicht zu sehen bzw. zu nutzen. Du denkst jetzt vielleicht: Filiz, ich habe doch ein abgeschlossenes Studium im Bereich XY und ich muss doch jetzt auch in dem Bereich arbeiten oder ich bin doch schon 10 Jahre in meinem Job, da kann ich mich doch nicht umorientieren, auch wenn ich das gerne würde. Ich sage dazu ganz klar NEIN! 

Ich bin der festen Überzeugung, wenn Du etwas wirklich willst, kannst Du auch einen Weg finden, dies zu erreichen. Du brauchst vielleicht etwas länger, um zum Ziel zu kommen, aber dafür bist du damit dann langfristig zufriedener. Ich selbst mache auch etwas ganz anderes, als ich ursprünglich gelernt habe.

Meine Erfahrung

Ich hatte bereits erwähnt, dass ich mit 24/25 wirklich in einer totalen Sinnkrise gesteckt habe. Da war ich ja schon mit Ausbildungen & Studium fertig und hatte auch schon Jahre in der Immobilienbranche gearbeitet. 

Ich wollte damals unbedingt bei einem Konzern arbeiten, weil ich immer nur bei Mittelständlern war. Immobilienbranche und Automobilbau passt nicht zusammen? Stimmt auf den ersten Blick. Aber ich habe es trotzdem gemacht: Einfach eine Bewerbung geschrieben. Und siehe da: Ich bin sogar angenommen worden! Ich habe die Chance einfach genutzt. Und genau das kannst Du auch!

Deine Karriere isoliert planen

So und zum Abschluss habe ich noch einen Fehler mitgebracht, den ich lange unbewusst gemacht habe. Zu denken, dass nur ich ganz allein meine Karriere planen kann. Dabei ist Karriereplanung auch gleichzeitig Lebensplanung und das bezieht die Menschen in meinem Umfeld mit ein. 

Dazu gehört aber nicht nur Familienplanung, sondern auch schon Themen wie: Wo möchte ich wohnen? Zum Beispiel: Du weißt, dass Du am Meer leben willst, denkst aber, dass dort keine Jobs in deinem Bereich sind? Dann versuche, langfristig einen Weg zu finden, mit dem du dieses Ziel erreichen kannst! 

Meine Erfahrung

Ein Beispiel von mir: Ich habe mich vor einigen Jahren entschieden, mein Berufsfeld zu wechseln und von Immobilien zum Onlinemarketing über zu gehen. In dem Bereich hatte ich aber noch keine Erfahrung, nur ein riesiges Interesse! Neben meiner normalen Festanstellung habe ich mich da permanent weitergebildet, einfach weil es mir Spaß gemacht hat. Mein Job vorher war top bezahlt, als Einsteiger in einem ganz neuen Bereich ist das natürlich nicht so gewesen. Aber ich wusste, dass mein bisheriger Job langfristig nicht zu mir passt. Außerdem wollte ich raus aus Hannover und in eine kleinere Stadt ziehen. 

Also habe ich mit meiner Familie überlegt, wie ich den Wechsel schaffen kann. Ich hatte das Glück, dass ich bei meinen Eltern in der oberen Etage wohnen konnte, habe einen Job dort in der Nähe angenommen, bin dann täglich von dort gefahren und meine Oma oder meine Schwestern haben häufig auf den Hund aufgepasst. Natürlich war das nicht immer einfach, aber dadurch hat sich meine Karriere und mein Leben insgesamt so positiv verändert! Circa ein halbes Jahr später hatte ich dann eine Beförderung, bei der ich so viel Gehalt ausgehandelt habe, dass ich davon wieder gut leben konnte und wir sind wieder in die Stadt gezogen.

Das war sicher nicht der schnellste Weg, aber es ist mein Weg und auch mit diesem kleinen Schlenker bin ich zum Ziel gekommen! Und damit bin ich super happy.

Die Message von diesem 5. Punkt: Du kannst nicht erfolgreich sein, ohne deine Karriere und dein Leben miteinander abzustimmen. Beziehe deine Lebensziele in deine Karriereplanung mit ein und überlege wie Du sie mit den für dich wichtigsten Bezugspersonen umsetzen kannst! Nimm Unterstützung in jedem Fall dankend an.

Zusammenfassung

Die 5 Fehler, die Du bei Deiner Karriereplanung unbedingt vermeiden solltest, noch einmal kurz und knapp zusammengefasst:

1. Geld als Motivation nehmen

2. Nicht zu überlegen, was Dir Spaß macht

3. Unflexibel sein / Chancen nicht nutzen

4. Ohne Ziel starten

5. Deine Lebensziele nicht mit berücksichtigen